Test

Oberliga Männer: BC Gelnhausen – TV Lich II 82:70 (33:39) / Hedlers „Breakout“

Von Hagen Schneider


Basketball. Da war mächtig Feuer unter dem Dach: Der BC Gelnhausen hat ein umkämpftes Heimspiel gegen Oberliga-Schlusslicht TV Lich II 82:70 (33:39) gewonnen und den Klassenerhalt vor dem letzten Saisonspiel in Hanau aufgrund von günstigen Konstellationen in höheren Ligen so gut wie sicher. Lange Zeit trafen die Barbarossastädter im letzten Heimspiel der Runde kein Scheunentor, ehe Dennis Köchling und vor allem der junge Arne Hedler die Mittelhessen mit einem Dreierregen eindeckten und den BCG so in die Spur brachten.

Es war schon das gesamte Spiel über ein hitziges Duell mit vielen kleineren Nickligkeiten und versteckten Fouls. Nach Spielende beim obligatorischen Abklatschen kochten die Emotionen nochmals hoch, eine Rudelbildung war die Folge.

Nickligkeiten und Rudelbildung

BCG-Coach Sven Blendin:_„Ich weiß nicht, ob man dem Gegner nach einer Niederlage in fremder Halle beim fairen Abklatschen nochmal einen Spruch drücken sollte. Das konnten wir nicht unbeantwortet lassen und das haben wir auch nicht unbeantwortet gelassen“, so der Gelnhäuser Trainer. „Es waren schon vorher viele Unsportlichkeiten vom Gegner dabei, da dürfen wir uns einfach nicht auf diese Spielchen einlassen. Das am Ende war dann einfach nur noch drüber und unnötig. Anscheinend hat man im Licher Lager Probleme damit, den Abstieg zu verkraften“, so der BCG-Coach etwas süffisant. Immerhin:_Zu größeren Handgreiflichkeiten kam es nicht mehr, auch weil ein enorm aufgebrachter Emilio Batista von seinen Mitspielern zurückgehalten werden konnte.

Letztlich steht ein unter dem Strich verdienter BCG-Sieg, der allerdings ein hartes Stück Arbeit war. „Es war mir vorher klar, dass das kein ‚Walk in the Park‘ wird“, so Coach Blendin. „Die sind ein toughes Team, das hat letzte Woche schon Hanau erfahren, die deutlich verloren haben. Und auch wir hatten heute zu kämpfen.“

Allerdings nicht nur mit dem Gegner, sondern vor allem lange Zeit auch mit dem eigenen Wurf. Vier Minuten vor Ende des dritten Viertels fiel endlich der erste BCG-Dreier des Spiels. Zuvor hatte man von „Downtown“ eine Fahrkarte an die andere gereiht. Egal ob Jonas Müller, Dennis Köchling, Louis Geimer oder im ersten Viertel zweimal Batista: Die Kugel wollte aus der Distanz einfach nicht in den Korb fallen. Dazu kam eine Horrorquote von der Freiwurflinie. Der ersatzgeschwächte BCG (es fehlten unter anderem Görkem Cevik, Kevin Sirim, Luca Pillot und David Schrimpf) blieb vor allem deshalb im Spiel, weil man ordentlich verteidigte. Und auch die Hereinnahme von Jonas Düring Mitte des ersten Viertels hatte einen sofortigen Impact auf den Spielverlauf. Nach dem ersten Viertel führte Gelnhausen 19:18, im zweiten Abschnitt gelangen aber nur 14 eigene Zähler, sodass man das Pausengetränk mit einem 33:39-Rückstand und ohne einen einzigen verwandelten Dreier auf der Habenseite zu sich nahm.

Das dritte Viertel begann symptomatisch: Müller setzte einen Dreier daneben. Nach vier Minuten waren die Licher beim 46:36 erstmals zweistellig in Führung, ehe beim BCG urplötzlich die Ketchupflasche aufging. Ein Dreier von Dennis Köchling zum 50:51 löste den Knoten, danach fielen die Dreier plötzlich wie reife Früchte vom Baum. Arne Hedler glich zum 53:53 aus und legte direkt noch die 56:53-Führung nach. Die gut gefüllte Halle kochte, es wurde immer lauter. Als Köchling den nächsten Dreier zum 65:57 verwandelte und Louis Geimer noch einen Fastbreak erfolgreich abschloss, war eine Art Vorentscheidung gefallen. Auch weil die Gäste nun demoralisiert wirkten, die Konzentration auf den Basketball flöten ging und man den angestauten Frust stattdessen mit der einen oder anderen unfairen Aktion am Gegner ausließ.

Am BCG-Heimsieg und dem so gut wie sicheren Klassenerhalt änderte das nichts mehr. Coach Blendin nach dem Match mit gemischten Gefühlen:_„Die Defense war okay, in der Offense war das heute lange Zeit gar nix. Dann haben Dennis Köchling und vor allem Arne Hedler angefangen, mit ihren Dreiern das Spiel auf unsere Seite zu ziehen. Speziell für Arne freut es mich sehr, dass er seine Qualitäten, die wir ja schon oft im Training gesehen haben, auch in einem Oberliga-Spiel zeigen konnte. Er hatte heute ganz entscheidenden Anteil am Erfolg.“ Dem konnte Jonas Müller, mit 20 Punkten Topscorer der Gelnhäuser nur zustimmen: „Dennis und vor allem Arne mit seinem Shooting haben uns heute extrem geholfen. Das war megawichtig, weil unsere Quote davor einfach nur katastrophal war. Das hat uns dann die Tür geöffnet.“

Samstag Derby in Hanau

Coach Blendin blickte derweil schon voraus auf das letzte Saisonspiel: „Auch wenn es jetzt sehr gut aussieht was den Klassenerhalt betrifft, wollen wir unbedingt noch nächste Woche in Hanau gewinnen. Dann hätten wir vier der letzten fünf Spiele gewonnen und würden doch noch versöhnlich aus dieser schwierigen Saison herausgehen.“

Statistik

BC Gelnhausen: Müller (20), Birnkammer (2), Düring (11), Scheffler (9), Geimer (5), Melnyk (9), Köchling (14), Hedler (12), Kauder.

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