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Historischer Auftritt: BCG-Ü35 belegt Platz sechs bei Deutscher Meisterschaft

Ein Wochenende, das beim BC Gelnhausen noch lange in Erinnerung bleiben wird: Die neu gegründete Ü35-Mannschaft der Barbarossastädter hat bei der Deutschen Meisterschaft in Saarbrücken einen hervorragenden sechsten Platz belegt und damit für einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte im Seniorenbereich gesorgt.

Dabei war bereits die Qualifikation für die nationalen Titelkämpfe ein kleines Basketball-Märchen. Erst zu Beginn der Saison hatte sich die Ü35-Mannschaft aus zahlreichen ehemaligen Leistungsträgern des Vereins zusammengefunden. Spieler, die den BCG über viele Jahre in Ober- und Regionalliga vertreten hatten, schnürten noch einmal gemeinsam die Basketballschuhe. Eine reguläre Liga gibt es im Ü35-Bereich nicht, stattdessen führen mehrere Qualifikationsturniere zur Deutschen Meisterschaft.

Den ersten großen Erfolg feierte das Team bereits bei der Hessenmeisterschaft im Januar in eigener Halle. Vor einer voll besetzten Herzbachhalle setzte sich der BCG gegen starke Konkurrenz durch und sicherte sich den Titel des Hessenmeisters. Zwar musste man sich anschließend im Spiel um die Südwestdeutsche Meisterschaft knapp Gastgeber Saarbrücken geschlagen geben, als Vizemeister qualifizierten sich die Gelnhäuser jedoch dennoch für die Deutsche Meisterschaft der besten acht Teams des Landes.

In Saarbrücken wartete auf die Mannschaft ein echter Basketball-Marathon. Vier Spiele in nur zwei Tagen und hochsommerliche Temperaturen verlangten den Akteuren alles ab. In zwei Vierergruppen wurde zunächst die Vorrunde ausgespielt, ehe die Platzierungsspiele über die Medaillen und Endplatzierungen entschieden.

Gleich im ersten Spiel gegen den TSV Breitengüßbach erlebte der BCG einen echten Reality-Check. Die Franken verfügten über einen Kader, der mit mehreren ehemaligen Bundesligaspielern gespickt war. Besonders Felix Hoffmann, der noch vor wenigen Jahren für Würzburg in der Basketball-Bundesliga aktiv war, demonstrierte eindrucksvoll seine Klasse. Mit 28 Punkten, darunter acht erfolgreiche Dreipunktewürfe, war er der überragende Akteur der Begegnung.

Noch größer als die individuelle Qualität beeindruckte jedoch die Intensität, mit der Breitengüßbach verteidigte. Über nahezu die komplette Spielzeit setzte der Gegner die Gelnhäuser mit aggressiver Ganzfeldverteidigung unter Druck. Bereits das erste Viertel ging mit 26:3 an die Franken. Immer wieder zwang die Verteidigung des Gegners den BCG zu Ballverlusten, noch bevor eigene Angriffe aufgebaut werden konnten. Zwar fanden die Gelnhäuser im weiteren Verlauf besser in die Partie und konnten auch offensiv einige Akzente setzen, am deutlichen 24:89 zum Turnierauftakt war jedoch nicht zu rütteln.

Wer nun eine verunsicherte Mannschaft erwartet hatte, wurde im zweiten Gruppenspiel eines Besseren belehrt. Gegen Citybasket Recklinghausen zeigte der BCG eine beeindruckende Reaktion. Zwar verschliefen die Gelnhäuser erneut die Anfangsphase, arbeiteten sich aber mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Begegnung hinein.

Angeführt von Kapitän Jonas Düring gelang es dem BCG kurz vor der Halbzeit erstmals bei dieser Deutschen Meisterschaft in Führung zu gehen. Die erfahrene Mannschaft aus dem Ruhrgebiet, die seit Jahren regelmäßig an nationalen Seniorenmeisterschaften teilnimmt, antwortete immer wieder mit clever herausgespielten Angriffen und insgesamt zehn erfolgreichen Dreipunktewürfen. Doch die Gelnhäuser hielten mit großem Einsatz dagegen. Vor allem der konsequente Zug zum Korb und die geschlossene Mannschaftsleistung sorgten dafür, dass die Partie bis in die Schlussphase völlig offen blieb.

Mit nur einem Punkt Rückstand ging der BCG ins letzte Viertel. Dort war es vor allem Johannes Marte, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. Mehrere wichtige Defensivaktionen sowie sechs entscheidende Punkte im Angriff sorgten dafür, dass die Gelnhäuser die Partie drehen konnten. Als die Schlusssirene beim 49:44 ertönte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Spieler, Trainer und die mitgereisten Fans feierten ausgelassen den ersten Sieg einer Gelnhäuser Mannschaft bei einer Deutschen Basketball-Meisterschaft – ein historischer Moment für den Verein.

Durch den Erfolg lebte sogar die Hoffnung auf das Spiel um die Bronzemedaille weiter. Dafür musste jedoch am Sonntagmorgen gegen Rasta Vechta eine Überraschung gelingen.

Der Start in die Partie verlief allerdings alles andere als optimal. Bereits um 9 Uhr morgens ging es aufs Feld, und die Gelnhäuser wirkten zunächst noch nicht vollständig wach. Das erste Viertel ging mit 17:7 an die Niedersachsen, die zwischenzeitlich sogar mit 14 Punkten führten. Doch erneut bewies der BCG großen Charakter.

Angeführt von Aleksandar Radan kämpften sich die Barbarossastädter Schritt für Schritt zurück. Besonders im dritten Viertel lief der erfahrene Forward heiß und erzielte elf seiner insgesamt 13 Punkte. Plötzlich war das Spiel wieder völlig offen. Tatsächlich gelang es den Gelnhäusern sogar, mit einer knappen Führung in den Schlussabschnitt zu gehen. Die Sensation und der Einzug ins Spiel um Bronze waren zum Greifen nah.

Doch die Aufholjagd hatte viel Kraft gekostet. Im letzten Viertel schlichen sich einige Nachlässigkeiten ein, gleichzeitig ließ die Trefferquote deutlich nach. Nur noch drei Feldkörbe gelangen dem BCG in den entscheidenden Minuten, während die eingespielten Niedersachsen ihre Vorteile konsequent nutzten. Am Ende setzte sich Vechta mit 62:53 durch. Trotz der Niederlage hatten die Gelnhäuser eindrucksvoll bewiesen, dass sie auch mit den stärkeren Teams des Turniers mithalten konnten.

Im abschließenden Spiel um Platz fünf kam es aufgrund des Rückzugs einer Mannschaft aus der Parallelgruppe zu einem erneuten Duell mit Citybasket Recklinghausen. Diesmal waren die Vorzeichen jedoch andere. Der kräftezehrende Kampf gegen Vechta hatte deutliche Spuren hinterlassen.

„Hier waren einfach keine Körner mehr übrig. Der starke Kampf im vorherigen Spiel hat seinen Tribut gefordert“, erklärte Spielertrainer Sven Blendin nach der Partie.

Während die Gelnhäuser um jeden Ball kämpften, präsentierte sich Recklinghausen deutlich frischer und traf nahezu nach Belieben aus der Distanz. Insgesamt 14 Dreipunktewürfe fanden ihr Ziel. Der BCG konnte dem hohen Tempo nur noch phasenweise folgen und musste sich schließlich mit 31:58 geschlagen geben.

Die Enttäuschung über die Niederlage hielt jedoch nicht lange an. Zu groß war die Freude über das Erreichte. Mit Platz sechs bei der Deutschen Meisterschaft bestätigte die Mannschaft eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zur nationalen Spitze im Seniorenbereich.

„Ich bin jetzt seit knapp 28 Jahren beim BCG. Dass ich mit Kumpels, mit denen ich schon in Jugendteams gespielt habe, noch einmal zu einer Deutschen Meisterschaft fahre, ist einfach unglaublich“, sagte Constantin Bürk nach dem Turnier.

Auch Klaus Oßwald hob den besonderen Charakter der Mannschaft hervor: „Das hat einfach Spaß gemacht. Wir sind nicht nur wegen Basketball hier, wir sind auch Freunde.“

Der dienstälteste Spieler im Team, Marko Hellmann, zog ebenfalls ein positives Fazit: „Wir konnten sicher nicht um den Turniersieg mitspielen, aber wir haben gezeigt, dass wir mit einigen Teams auf diesem Niveau mithalten können. Wir sind nicht zufällig hier.“

Besonders bemerkenswert: Jeder Gelnhäuser Spieler konnte sich im Verlauf des Turniers in die Korbjägerliste eintragen. So stand am Ende eines anstrengenden, aber unvergesslichen Wochenendes nicht nur ein hervorragender sechster Platz in Deutschland, sondern auch die Gewissheit, Vereinsgeschichte geschrieben zu haben.

Spieler: Jens Graßmann / Jonas Düring / Klaus Oßwald / Dennis Köchling / Johannes Marte / David Lewandowski / Clemens Kauder / Steffen Freese / Constantin Bürk / Aleksandar Radan / Fabrice Yamgoue / Marko Helfmann / Sven Blendin

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