Oberliga: BC Gelnhausen – SG Weiterstadt 82:98 (54:42)
Der Frust war BCG-Coach Sven Blendin nach der Partie anzuhören: Die Oberliga-Basketballer des BC Gelnhausen haben den Re-Start nach der Winterpause in den Sand gesetzt und am Ende deutlich mit 82:98 gegen die SG_Weiterstadt verloren. Dabei spielte man trotz zahlreicher Ausfälle eine bärenstarke erste Halbzeit und genoss das Pausengetränk mit einem 54:42-Vorsprung. Jenes Getränk schien allerdings vergiftet gewesen zu sein, denn nur so ist ein krasser Einbruch in der zweiten Halbzeit zu erklären, der zur am Ende heftigen Heimschlappe führte. Damit vermehren sich die Sorgenfalten im Gelnhäuser Lager; auch aufgrund eines überraschenden Sieges von Darmstadt gegen Krofdorf/Gleiberg wird die Abstiegsgefahr für den BCG_größer.
In der Spielvorschau hatte Coach Blendin nur Moritz Birnkammer als fraglichen Spieler eingestuft und war noch von einem ansonsten vollen Kader ausgegangen. „Diese Prognose war offenbar zu wohlwollend, am Ende sind nur acht Spieler übrig geblieben“, meinte Blendin. Dennis Köchling fehlte aus familiären Gründen, David Schrimpf setzten (mal wieder) Knieschmerzen außer Gefecht, Arne Hedler wurde kurzfristig für den Hanauer NBBL-Kader nominiert und spielte parallel ein Auswärtsmatch in Hamburg und Jakob Meybier fehlte wie Birnkammer krankheitsbedingt.
Doch der BCG trotzte den negativen Vorzeichen und fand gegen den favorisierten Tabellenzweiten exzellent ins Spiel hinein. Man spielte wie aus einem Guss; Emilio Batista – erstmals in der Oberliga in der Starting Five – dirigierte das Spiel klug und scorte selbst zweimal von der Dreierlinie. Überhaupt: Die ersten vier Gelnhäuser Angriffe endeten jeweils mit einem erfolgreichen Dreier. Nach vier Minuten war man 16:2 vorne, das Publikum begeistert und die Weiterstädter wirkten ziemlich hilflos. Sie kämpften sich zwar langsam ins Spiel zurück, Gelnhausen ging aber mit einem 24:15-Vorsprung in das zweite Viertel.
Auch hier boten die Gelnhäuser dem Gegner weiter Paroli und kämpften vorbildlich. „Defensiv hatten wir wirklich einen guten Plan“, lobte Blendin. So ließ man SGW-Topscorer Tim Diederichs so gut wie gar nicht zur Entfaltung kommen. „Und vorne lieferte jeder Spieler seinen Scoring-Beitrag“, blickte Blendin auf einen komfortabel erscheinenden 54:42-Halbzeitvorsprung seiner Mannschaft.
Stecker gezogen – mal wieder
Dann kam die Halbzeitpause und das dritte Viertel begann. Und bei den Hausherren ging rein gar nichts mehr. „Es war phasenweise, als hätte jemand den Stecker gezogen. Wir haben das Viertel 14:28 verloren und die Leistung war teilweise zum Abgewöhnen“, sprach Coach Blendin Klartext. „Plötzlich scorte Diederichs wie er wollte, wir hatten keine Mittel mehr gegen ihn.“ Vier Dreier schenkte er den Hausherren ein, dazu kam ein Korb aus der Mitteldistanz. Beim BCG dagegen zahlreiche Turnover, „zudem haben wir nach der fünften Minute keinen einzigen Feldkorb mehr hinbekommen“, so Blendin.
Dennoch war Gelnhausen aufgrund der starken ersten Halbzeit zu Beginn des Schlussabschnitts nur mit zwei Zählern hinten. Also alles noch drin. „Moral und Kampfgeist waren am Anfang des Viertels noch da, wir waren nach Punkten von Vlad Melnyk sogar wieder 72:70 vorne. Es sollte leider die letzte Führung sein“, so Blendin geknickt. „Danach haben wir katastrophal gespielt, auch das vierte Viertel haben wir wieder 14:28 verloren. Die letzten fünf Minuten waren indiskutabel. Da stand es 80:90 – und wir haben einfach aufgehört zu spielen und fast schon abgeschenkt. Natürlich waren wieder einige fragliche Schiricalls gegen uns dabei“, zwei Spieler mussten nach dem fünften Foul runter. „Trotzdem sind wir komplett neben der Spur gelaufen.“_Blendin sah erneut eine Phase, „in der man denken könnte, dass wir noch nie in unserem Leben Basketball gespielt haben“, so die klaren Worte des Trainers. „Da haben dann auch sämtliche Grundtugenden gefehlt und wir haben das leider unwürdig abgeschenkt. Und das darf uns einfach nicht passieren. Gerade mit der tabellarischen Situation im Hinterkopf. Außerdem hat mir das Ende auch für die Zuschauer Leid getan hat, die uns vorher wirklich top unterstützt haben.“
Statistik
BCG: Pillot (9), Sirim (7), Geimer (2), Scheffler (14), Batista (10), Melnyk (10), Müller (16), G. Cevik (14).






















