Test

Oberliga: BC Gelnhausen – TSV Krofdorf/Gleiberg 92:85 (38:39) / Wildes Ende mit Köchling-Ausraster
Dieser Sieg war „überlebenswichtig“ für Oberligist BCGelnhausen: Dank eines 92:85-Heimerfolgs gegen den TSV Krofdorf/Gleiberg hat die Gelnhäuser Hoffnung auf den Klassenerhalt neue Nahrung erhalten. Denn im Keller wird es nun kuschelig, der BCG liegt nur noch einen Sieg hinter Hanau und Darmstadt. Nach vier Niederlagen in Serie nun also der Befreiungsschlag. Dennoch belegen Jonas Müller und Co. weiterhin einen Abstiegsplatz, es müssen in den nächsten Wochen weitere Siege folgen.
Zu Beginn war in der Grimmelshausen-Halle recht wenig los, was möglicherweise auch dem parallel stattfindenden Handball-EM-Finale geschuldet war. Die Halle wurde aber mit zunehmender Spieldauer voller, spätestens zur zweiten Halbzeit konnte der BCGauf die laute Unterstützung seiner Anhänger in diesem so wichtigen Spiel setzen.
Die Gelnhäuser schafften es als erstes auf das Scoreboard durch einen Müller-Layup, danach dreht aber Krofdorf auf und führte nach sechs Minuten 17:11. Gelnhausen tat sich vor allem beim Rebounding schwer, zahlreiche zweite Wurfchancen für den TSV waren die Folge. Dazu kam Wurfpech bei den Hausherren, gleich mehrfach sprang der Ball bei Dreierversuchen wieder aus dem Korb (Cevik, Müller). Mit einem 22:17 für Krofdorf/ Gleiberg ging es ins zweite Viertel.
Hier kamen die Hausherren dann von Minute zu Minute besser in die Partie. Der BCG, erneut mit den 90er-Jahre „Chicago-Bulls-Gedächtnis-Trikots“ auf dem Court, spielte nun eine exzellente Zonenverteidigung, man erlaubte dem Gegner kaum mal einen „Durchstecher“ zum Korb. Zudem schickte man immer wieder Constantin Scheffler auf die Reise, der einige Fastbreakpunkte verbuchte. Hätte der BCG besser an der Freiwurflinie agiert (Cevik), wäre man nicht mit einem knappen 38:39-Rückstand in die Halbzeitpause gegangen.
„Monsterblock“ von Scheffler
Spätestens nach dem Seitenwechsel wurde die Partie zu einem echten Kampfspiel. Sehr intensiv auf beiden Seiten, durchaus mit der einen oder anderen Nickligkeit. Gelnhausen zog immer mal auf fünf, sechs Punkte Vorsprung davon, doch die Gäste hatten immer die passende Antwort, sodass nach dem dritten Viertel und einem 62:61 für den BCG alles offen war.
Es sollte letztlich der BCG sein, der offensiv Mitte des Schlussabschnitts heiß lief. Das Highlight des Viertels war ein Monsterblock beim TSV-Fastbreak von Constantin Scheffler – die Krönung einer Topleistung des Allrounders. BCG-Coach Sven Blendin: „Wenn Consti spielt, macht er meistens alles richtig, dann ist er Michael Jordan. Wenn er nicht dabei ist – was leider zu oft der Fall ist – ist er es nicht.“
Ein Müller-Dreier, ein Pillot-Dreier, zwei wichtige Melnyk-Freiwürfe: Der BCG war drei Minuten vor Spielende auf 82:73 davongezogen. Auch danach hatten die Hausherren das Spiel unter Kontrolle, man lag 87:78 vorne und es waren nur noch 25 Sekunden auf der Uhr. Und dann rastete BCG-Routinier Dennis Köchling aus. Einmal mehr unsanft gebremst beim Ballvortrag, knallte der Forward seinem Gegenspieler die Kugel mit voller Wucht auf den Rücken. Es entstand eine Rudelbildung, die sich zwar relativ schnell wieder auflöste, das Entsetzen bei Köchlings Mitspielern war allerdings groß. Denn der Veteran wurde nicht nur disqualifiziert, Krofdorf/Gleiberg bekam vier Freiwürfe zugesprochen (die sie alle verwandelten) und hatte den Ball. Die hochgradig unkluge Aktion Köchlings wurde allerdings nicht mehr bestraft, der BCG brachte den Sieg über die Zeit und darf nun wieder vom Klassenerhalt träumen.
Der nächste Gegner hat es allerdings in sich, man gastiert bei Spitzenreiter TVBabenhausen.
Statistik
BC Gelnhausen: Müller (25), Pillot (20), Geimer (7), Scheffler (8), Schrimpf (6), Batista, G. Cevik (8), Meybier (2), Köchling (6), Birnkammer, Melnyk (10).
Trainerstimme
Sven Blendin (BCG): Dass dieser Sieg heute extrem wichtig ist, sollte klar sein. Wir haben heute gebraucht, um ins Spiel reinzufinden, da hat man uns unsere Verunsicherung schon angemerkt. Wir haben dann auf Zonenverteidigung umgestellt, das hat viel besser funktioniert. So hatten wir die „Driver“ des Gegners gut im Griff. Als wir dann im zweiten Viertel auch endlich angefangen haben, die Rebounds zu holen, sah es eigentlich gut aus. Wichtig war, dass wir heute keinen krassen Hänger drin hatten, wir haben uns auch von den Provokationen und dem einen oder anderen seltsamen Schiripfiff nicht aus der Ruhe bringen lassen – abgesehen von der Nummer von Dennis (Köchling, Anm. d. Red.) kurz vor Schluss. Ich will dazu eigentlich gar nichts sagen, sondern lieber über die positiven Dinge sprechen. Aber bei dieser Aktion hat man vielleicht auch die ganze Anspannung gemerkt. Es war vorher ein enorm physisches Spiel, häufig an der Grenze des Erlaubten. Wir haben 92 Punkte gemacht, das ist erstmal richtig stark. Und mich freut es vor allem, dass wir auf allen Ebenen gescored haben, im Fastbreak, von der Dreierlinie und so weiter. Und in der Defense konnten wir den Druck durchgehend hoch gehalten. Darauf gilt es jetzt aufzubauen.

Cookie Consent mit Real Cookie Banner