Oberliga Hessen Männer: TV Babenhausen – BC Gelnhausen 93:81 (41:43)
Basketball (mn). Der BC Gelnhausen hat in der Oberliga beim Tabellenführer TV Babenhausen trotz starker erster Hälfte eine 81:93-Niederlage hinnehmen müssen. Zur Pause führten die Gelnhäuser noch überraschend mit 43:41, verloren in der zweiten Halbzeit jedoch zunehmend den Zugriff auf die Partie. Trainer Sven Blendin haderte nach der Begegnung vor allem mit mehreren Schiedsrichterentscheidungen, die aus seiner Sicht maßgeblichen Einfluss auf den Spielverlauf hatten.
Dabei war die Ausgangslage für beide Teams brisant. Babenhausen war als Spitzenreiter im neuen Jahr noch ohne Sieg geblieben und hatte zuletzt sogar gegen Verfolger Oberursel verloren. Der BC Gelnhausen hingegen steckt als Vorletzter mitten im Kampf um den Klassenerhalt – jeder Punkt zählt. Von Verunsicherung war in der Anfangsphase allerdings auf beiden Seiten nichts zu spüren.
Gelnhausen startete selbstbewusst und entschlossen. „Beide Teams sind gut gestartet und haben ihre Stärken gesucht. Wir waren tatsächlich viel besser im Spiel“, sagte Blendin. Das erste Viertel entschieden die Gäste mit 23:18 für sich. Besonders bemerkenswert: Alle Spieler, die im ersten Viertel zum Einsatz kamen, trugen sich früh in die Punkteliste ein. „Das hat gezeigt, dass wir uns gut auf Babenhausen eingestellt hatten“, so der BCG-Trainer. Gegen die physisch starke und groß gewachsene Verteidigung der Gastgeber fand Gelnhausen immer wieder Lösungen.
Allerdings zeichnete sich früh ein Problem ab: die Foulbelastung. Luca Pillot und Louis Geimer sammelten bereits im ersten Viertel jeweils zwei Fouls. Trotzdem blieb der BCG zunächst tonangebend. Im zweiten Abschnitt baute Gelnhausen den Vorsprung zwischenzeitlich auf zehn Punkte aus (33:23, 13. Minute). Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit kam Babenhausen besser ins Spiel, gewann das Viertel knapp mit 23:20 – zur Pause führte Gelnhausen dennoch mit 43:41.
Schon vor dem Seitenwechsel war Blendin jedoch zu Improvisationen gezwungen. Vlad Melnyk und Pillot hatten bereits drei Fouls auf dem Konto, zudem fehlte Dennis Köchling gesperrt. „Gerade auf den großen Positionen wurde das dann teilweise ziemliches Stückwerk“, erklärte der Coach.
Nach der Pause veränderte sich das Spiel spürbar. „Die zweite Hälfte war weniger von Spielfluss geprägt als von Kampf und Krampf“, so Blendin. Fehler häuften sich auf beiden Seiten, hinzu kamen zahlreiche Pfiffe gegen die Gelnhäuser. „Wir hatten die Gunst der Schiedsrichter definitiv nicht auf unserer Seite. Sie haben nicht einseitig für Babenhausen gepfiffen, aber sehr viel bei uns geahndet.“ In der Folge kassierten Geimer, Melnyk und Pillot schnell ihre vierten Fouls. Leistungsträger wie Görkem Cevik oder Jonas Meybier mussten nahezu ohne Pause durchspielen – ein kräftezehrender Abnutzungskampf unter den Körben.
Babenhausen nutzte die Situation, übernahm im dritten Viertel die Führung und profitierte von zahlreichen Freiwürfen. Mit einem 64:70-Rückstand ging der BCG ins Schlussviertel.
Dort mobilisierten die Gelnhäuser noch einmal ihre letzten Kräfte. Beim Stand von 73:76 gelang ihnen ein Ballgewinn, der eine Schlüsselszene nach sich zog: Konstantin Schäffler wurde beim Zug zum Korb hart gestoppt. Als Luca Pillot ihm aufhelfen wollte, kam es zu einer Auseinandersetzung mit einem Babenhäuser Spieler, die Emotionen kochten hoch. Beide Akteure wurden mit unsportlichen Fouls vom Feld gestellt, für Pillot bedeutete dies zudem das fünfte Foul. „Eine klare Fehlentscheidung“, ärgerte sich Blendin, der gegen den Pfiff Einspruch einlegte. „Mir war es wichtig, ein Zeichen zu setzen.“
Für Gelnhausen war es der Knackpunkt der Partie. „Das war tatsächlich der Turning Point des Spiels“, so Blendin. Zwar war der BCG zuvor bis auf zwei Punkte herangekommen, doch danach wuchs der Rückstand wieder an. Insgesamt saßen am Ende vier Gelnhäuser Spieler ausgefoult auf der Bank, Jakob Meybier hatte ebenfalls vier Fouls.
Trotz der deutlichen Niederlage machte Blendin seiner Mannschaft keinen Vorwurf. „Wir haben wirklich gekämpft wie die Löwen. Das Ergebnis ist viel zu deutlich zugunsten von Babenhausen ausgefallen.“ Der Auftritt habe gezeigt, dass sein Team die richtigen Antworten auf die Herausforderungen des Tabellenführers gefunden habe – auch wenn dafür am Ende keine Punkte belohnt wurden. Für den BCG ist die Niederlage dennoch ein Dämpfer im engen Rennen um den Klassenerhalt.
BCG: Cevik (12), Meybier (5), Müller (11), Pillot (19), Scheffler (19), Schrimpf (4), Batista (5), Geimer (2), Melnyk (4).






















